7 Wildkräuter, die du kennen musst – Teil 2 der Giersch

Giersch – unser heiß geliebter Wildspinat!

Als ich an dieser Wildkräuter-Reihe zu schreiben begonnen habe, waren mein Giersch im Garten noch in den Babyschuhen. Knappe 5 Zentimeter hoch und noch nicht flächendeckend säumte er unseren Mini-Teich. Mittlerweile habe ich einen richtigen Giersch-Teppich und kann meine Liebsten mit dem immer nachwachsenden Wildspinat auf dem Teller genussvoll versorgen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Leser und Abonnenten meines Blogs für den großartigen Zuspruch zum Leitartikel „7 Wildkräuter, die du unbedingt kennen musst„. Es freut mich sehr, dass die Rezepte schon so zahlreich umgesetzt wurden und auch richtig gut ankommen! Das ist richtiger Ansporn für mich 🙂

Nun lass uns mit dem Giersch, bzw. „Erdholler“, wie wir ihn umgangssprachlich hier in der Südoststeiermark nennen, weitermachen:
In anderen Gegenden ist der Giersch auch als Geißfuß oder Gichtkraut bekannt. Der botanische Name lautet: Aegopodium podagraria L..

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Inhaltsstoffe: Eiweiß, ätherisches Öl, Mineralstoffe, Bitterstoffe, Provitamin A und beim Vitamin C ist er ein richtiges Wunderwuzzi, das kaum beachtet wird (enthält er doch 4 x soviel Vitamin C wie eine Zitrone bzw. 15 x soviel Vitamin C wie ein Kopfsalat und doppelt soviel wie der Rosenkohl!)

Verwendung als Hausmittel:
Wirkung: Appetitanregend, schwach blutreinigend, harntreibend und verdauungsfördernd, Bindegewebsstärkend, entsäuernd, entschlackend, . Heilmittel bei Gicht, Rheuma und Ischiasschmerzen. (Zerquetschte Blätter als Umschlag auf die schmerzende Stelle, Salat für die systemische Wirkung. Ebenso wird das gequetschte Kraut auch für Umschläge bei Verbrennungen, Insektenstichen und zur Bereitung eines Bades bei Hämorrhoiden angewendet. Durch den hohen Gehalt an Mineralien wirkt er ausserdem basisch, fördert den Stoffwechsel und unterstützt den Körper beim Ausschwemmen der Giftstoffe. Der Giersch ist somit ideal für eine Frühjahrskur und war früher ein wichtiger Bestandteil der Gründonnerstagssuppe, deren Rezept du hier ebenso noch finden wirst 😉

Die Kräuterbäuerin Gertrude Messner aus Tirol erzählt in ihrem Buch „Gesund durchs Jahr mit der Kräuterbäuerin“ von einem Biobauern, der den Giersch gepflügt, einfach so gegessen und dabei gesagt hat, wer Giersch ums Haus herum hat und ihn isst, bekommt weder Rheuma noch Gicht. Erst viele Jahre nach diesem Erlebnis hat Gertrude Messner verstanden, was er gemeint hat. Der Giersch ist ein Harnsäurelöser und deshalb so wirksam.

Verwendung in der Küche:
Salat aus jungen, eventuell fein geschnittenen Blättern. Marinieren nach Belieben. Ins Brot backen., Aufläufe, roh oder erwärmt zu Gemüsegerichten. Vielseitig verwendbar als Würzkraut in Salaten und Suppen. Limonade mit anderen Kräutern zusammen.

Konservieren: In Salzlake einlegen, warm stellen und wie Sauerkraut 3 Wochen gären lassen. Schaum abschöpfen, mit einer Ölschicht versiegeln. Kühl lagern.

Der Geruch von Giersch ist aromatisch. Der Geschmack ist scharf würzig, bei jungen Blättern etwas süßlich, erinnert entfernt an Petersilie. Frisch zerriebene Blätter riechen und schmecken ähnlich wie Karotten. Der Giersch ist überall verbreitet und in Gemüsegärten allgemein unerwünscht. Die wirksamste und gesündeste Gegenmaßnahme: Aufessen! 🙂

Sammelgut: junge, noch nicht entfaltete Blätter, Sammelzeit: März bis Mai für Salat, sonst März bis September.

Geschmacklich ist der Giersch eines der besten Wildkräuter. Er war bereits den Römern bekannt. Römische Legionäre sollen ihn in Europa verbreitet haben. Lange bevor der Spinat im 16. Jahrhundert aus Asien eingeführt wurde, hat die arme Landbevölkerung dieses gesunde Nahrungsmittel zum Nulltarif verzehrt.

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Mittlerweile bedeckt der Giersch den Boden wie ein Teppich 🙂


Unsere Lieblingsrezepte:

Sonnenblumenkern-Aufstrich mit Wildkräutern:
150 g Sonnenblumen Kerne
130 ml stilles Wasser
2 Tropfen Lemon äth. Öl
1 gestr. TL Meersalz
Pfeffer aus der Mühle
1 Handvoll Gierschblätter

Die Sonnenblumenkerne mit 130 ml Wasser in einen Mixer geben und mit Lemon äth. Öl und Meersalz pürieren. Mit Pfeffer abschmecken, den Giersch fein hacken und unterrühren. Auf ein knuspriges Brot schmieren und genießen! Dir kommt das Rezept bekannt vor? Klar, du kannst das Sonnenblumenkern-Rezept mit allerlei Wildkräutern abwandeln 😉

Kräuter-Dudler
0,5 Liter Bio-Apfelsaft
0,25 Liter Mineralwasser
3 Tropfen Lemon äth. Öl
5 Stiele Giersch
2 Stiele Zitronenmelisse

Verwende einen großen Krug aus Glas. Zuerst 3 Tropfen Lemon in den noch leeren Krug tropfen und den Rand damit benetzen. Die Kräuter kurz waschen und in den Krug geben, mit Apfelsaft aufgießen. Über Nacht oder mind. 6 Stunden ziehen lassen. Dann die Kräuter entfernen, mit dem Mineralwasser aufgießen und gekühlt genießen.

Powergemüse der Römer nach Julius Cäsar 😉
5 Hände voll Giersch (ca. 200g)
4 Frühlingszwieberln inkl. Grün
3 Knoblauchzehen
Kokos- oder Olivenöl zum Braten
Salz, Pfeffer und 2 Tropfen Lemon äth. Öl zum Abschmecken

Zwiebeln und Knoblauch schälen, klein hacken und mit Kokos- oder Olivenöl in einer Pfanne glasig dünsten. Giersch waschen, ca. eine Minute in kochendem Wasser blanchieren, herausnehmen und nach dem Abtropfen zu den übrigen Zutaten in die Pfanne geben. Bei geringer Hitze dünsten, bis die Blätter weich sind. Mit Salz, Pfeffer und Lemon äth. Öl abschmecken. Schmeckt hervorragend in Kombination mit gerösteten Kartoffeln oder mit Nudeln. Powergemüse mit gewürfelten Kartoffeln ergeben eine schmackhafte Fülle für einen Strudel. Wie du siehst, eine Vielzahl an bunten Rezept-Varianten lässt sich hier abwandeln.

Wilder Immunbooster-Salat:
Je eine Handvoll Giersch, Brennnessel, Löwenzahn, Gänseblümchen und Knoblauchrauke in Mundgerechte Größe zerteilen – eventuell schneiden, Frühlingszwieberln und Knoblauch klein hacken und untermischen, mit Olivenöl, Balsamico-Essig, 1 Tropfen Lemon äth. Öl, Salz und Pfeffer abschmecken. Dieser Salat lässt dein Immunsystem vor Stärke strotzen!

Tomaten-Mozzarella mit Giersch:
Die pflanzliche italienische Variante: Tomaten und veganer Mozzarella schichtweise auflegen und anstatt Basilikum mit Wildkräutern wie zB. Giersch oder Knoblauchsrauke belegen. Nach Belieben würzen.

Der Giersch soll für das „pure Leben“ stehen. Da Körper und Geist ja nicht von einander getrennt gesehen werden ist die herausragendste Eigenschaft des Giersch sein unbändiger lebensfroher Optimismus. Er lässt sich nicht unterkriegen, lebt jeden Tag mit Freude und Tatkraft. Somit ein Wunderkraut für all jene, die vielleicht zu pessimistisch und verbissen durchs Leben gehen?!

In den nächsten Tagen geht es mit dem Löwenzahn weiter.

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Und nun lass es dir schmecken!

 

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