Ruperts Nuss-Schnaps und das Schnaps brennen in den 80ern

Ja sicher gibt´s bei uns auch Hochprozentiges!
Ich komme aus einer Familie wo zu meiner Kindheit das jährliche Schnapsbrennen richtig hardcore zelebriert wurde. Unweit von Straden in der Südoststeiermark, in Waasen am Berg, wo das Heimathaus meines Opas stand gab es in den 80ern diese Wochenlangen Schnapsbrennereien, zu denen er immer geladen hatte. Und da gab es kaum jemanden, der nicht der Einladung des „Stualeitners“ folgte 😉

Das war so quasi eine jährliche Pflichtveranstaltung im privaten Rahmen. Ganze Vereine, wie zB. die Gnaser Radlerpartie und Musiker, unzählige Kollegen vom Roten Kreuz und auch damalige Gendarmeriebeamte vom Posten Gnas (die alte Brigarde) waren Stammgäste in Opas Stüberl. Es wurde stundenlang zusammen gesessen, gelacht .. „a muats a Hetz ghobt“ …., die Zeit vergessen und es passierten legendäre Faux pas. Das wirklich Gute an dieser alten Zeit ist, dass es damals keine Handies gab. Demnach sind die genialen Erinnerungen in unseren Köpfen und Herzen gespeichert und die einen oder anderen Fehltritte werden hinter vorgehaltener Hand mit einem Gelächter erzählt, dass einem die Bauchmuskeln tags darauf noch weh tun.

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Mein Heiligtum – mein geliebter Opa

Für mich als Kind war das immer lustig zuzusehen, wie so manch gestandener Mann von der Holzbank runter purzelte und auf allen Vieren durch die Wiese torkelte. Ja klar, das war nur der Duft des Stüberls 😉 Mein Opa hat nur Wasser und Brot kredenzt. Was anderes wäre ihm doch nie in den Sinn gekommen 😛  Und meine Oma, ja, der gefiel das auch mächtig. Das war dann 3 Wochen Urlaub im „Luftkurort“, der jeglichen Alltagsstress wegfegte.

So, damit hier nicht ein verklärtes Bild entsteht komme ich wieder zurück in die heutige Zeit. Ein Nuss-Schnapserl kann mir keiner verwehren. Und manchmal – vor allem in den Wintermonaten – kann ein Stamperl mit Feuerwasser was Feines sein. In den Sommermonaten gibt es das obligatorische Stamperl nach einer Grillerei, wenn’s Baucherl druckt. War immer so, wird auch immer so bleiben, auch wenn wir alle schon längst wissen, dass der „geglaubte“ Effekt der Verdauungsförderung so gar nicht stimmt.

Das mit dem Schnaps brennen in Waasen ist ja leider Geschichte. In dieser Art und Weise wie es damals praktiziert wurde auch ganz gut so 😉

Bei uns läuft es nun anders ab. Mein Göttergatte setzt jedes Jahr seinen Nuss-Schnaps an. Wie er das macht, habe ich dir hier niedergeschrieben. Du kannst es ja nächstes Jahr ausprobieren, denn für heuer ist es schon zu spät.

Das Rezept von meinem Mister T. :
1 Liter Korn (gibt’s bei Hofer)
6 grüne Nüsse
10 Gewürznelken
1 dag Zimtrinde
1 EL getrockneter Fenchel
ganze Schale von 1 unbehandelten Zitrone
1 Vanillestange
15 dag Kandiszucker

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Die grünen Nüsse vierteln und 1 Woche im Korn ziehen lassen, dann abseihen und alle Gewürze in die Flüssigkeit geben. Vier Wochen darin ziehen lassen – vorzugsweise in der Sonne! Anschließend abseihen, Zucker dazugeben, den Schnaps in eine hübsche Flaschen abfüllen und kühl/dunkel aufbewahren…

… und trinken… PROST 😉

 

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es gab natürlich nicht nur Wasser und Brot, Omas legendären Schweinebraten und natürlich Gulasch,etc..die Nachbarn musizierten mit löffeln, waschrumpel, teufelsgeige und Quetschen, welch wunderbare zeit!!!

Ich freue mich über deinen Kommentar.

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